Sprachfunde

Wort-Schatz: Schnicksi-

Schnicksi-: nominale Vorsilbe, die etwas ausgesprochen Feminines beschreibt und Bilder von Stöckelschuhen, elegantem Hüftschwung, rosa Schleifchen und 90-minütigen Schönheitssessions heraufbeschwört, ohne diese zu meinen. Anwendungsbeispiel: „Nach drei Tagen in Schnicksischuhen freue ich mich auf meine Sneakers!“

Wort-Schatz: Dunnerliddchen

Dunnerliddchen: Ausruf der Verwunderung und des Erstaunens. Nordhessische Variante von Donnerlittchen oder Donnerlüttchen. Anwendungsbeispiel: „Dunnerliddchen!“ Synonyme: Donnerwetter, Heidewitzka, Dunnerstach nochmo, oha, aber hallo, ui, alter Schwede, Zappalott, potz Blitz. Apropos Blitz: D~ leitet sich ab von Donner und dem ostpreußischen…
Mehr Lesen

Wort-Schatz: gleich

gleich: ungefähre Zeitangabe für den Beginn einer Handlung oder eines Ereignisses. G~ ist ein heimtückisches kleines Wort, dessen tatsächliche Arglist man erst bemerkt, wenn es wieder einmal unerwartet zugeschlagen hat. Um den vollen Umfang der Verwirrung nachzuvollziehen, muss man nicht…
Mehr Lesen

Wort-Schatz: fisselich

fisselich (auch: fisselig): 1. nieselig; 2. fein; 3. schwierig. 1. F~ wird verwendet, um leicht regnerisches Wetter zu beschreiben (siehe auch: fisseln). In diesem Zusammenhang kann es in manchen Regionen auch „fieselig“ heißen. Anwendungsbeispiel: „Fisseliches Wetter heute!“

Wort-Schatz: fisseln

Alexander Rentsch: Rainy Day #IX

fisseln: leicht nieseln, sehr schwach regnen; meist über einen längeren Zeitraum hinweg. Anwendungsbeispiel: „Ich gehe nicht raus, es regnet!“ „Ach, Quatsch. Das fisselt doch nur ein bisschen.“ Aussprachebeispiel Wenn es fisselt, bemerkt man das hauptsächlich an dem nassen Film auf…
Mehr Lesen

Wort-Schatz: Cooties

Cooties, das: imaginäre, höchst ansteckende Krankheit, die seit den 1950er Jahren US-amerikanische Kinder zwischen ca. vier und elf Jahren befällt. Alle gleichaltrigen Mitglieder des jeweils anderen Geschlechts sind grundsätzlich mit C~ infiziert und sind deshalb zu meiden. Anstecken kann man…
Mehr Lesen

Wort-Schatz: pempeln

pempeln (auch: rum~): matschen, rumsauen; Dickflüssiges, Breiiges verschütten. Anwendungsbeispiel: „Musst du immer so rumpempeln?“ – „Ja, ich pempele gerne.“ Besonders gut kann man im Schlick p~, weil das so wunderbare Geräusche erzeugt. Wenn man dann allerdings hinfällt, ist man vollgepempelt.

Wort-Schatz: pleutern

pleutern: Flüssigkeiten verschütten, mit Wasser spielen, planschen und dabei großzügig Wasser verteilen. Anwendungsbeispiel: „Hör auf zu pleutern! Die halbe Küche steht schon unter Wasser.“ „Oh! Ich habe gepleutert.“

Wort-Schatz: schnuddeln

schnuddeln: reden, plaudern, ein Schwätzchen halten, sich unterhalten, kommunizieren. Anwendungsbeispiel: „Wir haben den ganzen Abend geschnuddelt und total die Zeit vergessen.“ (Alle weiteren Verformen finden sich in dieser Konjugationstabelle.) S~ ist fest mit der nordhessischen Mentalität verbunden und dient neben…
Mehr Lesen

Wort-Schatz: Didataktik

Didataktik, die: Strategie, mit der man seinen Gegenüber zur (Selbst-) Erkenntnis bewegt. Nicht zu verwechseln mit Manipulation. Ein praktisches Beispiele für eine didataktisch kluge Maßnahme: Bevor man im Büro eine Frage stellen darf, muss man die Frage an die Zimmerpflanze…
Mehr Lesen