Trekking in Lappland: FAQs

Lappland, Padjelantaleden

Warum ausgerechnet Lappland?

Vor einigen Jahren habe ich mit dem Trekking in Lappland begonnen und mich in das Land, die Stille, die Weite, den Himmel und die Rentiere verliebt. Seitdem trage ich Sehnsucht im Herzen. Ich habe einmal gelesen, dass Lappland die Königsdisziplin des europäischen Trekkings ist und dass man danach nirgendwo sonst in Europa wieder ganz zufrieden damit wird, weil es überall zu zivilisiert, zu voll, zu laut, zu eng ist. Das halte ich für sehr plausibel und will diese Theorie nicht überprüfen.

Gibt es da wilde Tiere?

Ja, die gibt es tatsächlich: Lemminge, Polarfüchse, Elche, Vielfraße, Braunbären, Wölfe. Aber wirklich haben die mehr Angst vor mir als ich vor denen. Die nordischen Bären haben noch nicht gelernt, Menschen mit Futter zu assoziieren und machen einen weiten Bogen um uns merkwürdige, laute Wesen. Und Wölfe sind per se sehr scheu – zumal es auch nur wenige gibt. Vielfraße – joah, vor denen hätte ich wirklich Respekt, wenn ich denen mal begegnen würde. Bin ich aber noch nicht und in ihr Beuteschema passe ich auch nicht. Elche – oh ja, bitte! Denen möchte ich begegnen, aber leider spielen die immer Baum, wenn ich in der Nähe bin. Polarfüchse tun mir auch nichts. Tatsächlich sind Lemminge die gefährlichsten Tiere, denen ich dort begegnet bin, denn sie knabbern nachts im Vorzelt herunterhängende Baumwollklamotten kaputt. Fies.

Hast du keine Freunde?

Meine Lieblingsfrage, zumal sie mir eine meiner besten Freundinnen gestellt hat. Doch, die habe ich, ziemlich großartige sogar. Und sogar Freunde, die angeboten haben, mich auf diese Tour zu begleiten. Aber ich will das trotzdem alleine machen. Ich bin ja schon groß.

Bereitest du dich mit einem speziellen Ausdauertraining auf die Tour vor?

Joah, wie ich so bin hatte ich mir einen ziemlich guten Plan aus Laufen, Wandern und Training der Rückenmuskulatur ausgedacht. Aber wie das Leben so ist, kam immer mal etwas dazwischen. Ganz untrainiert werde ich meine Tour aber doch nicht antreten müssen. Selbst wenn, wäre das auch okay. Es erhöht nur den Spaßfaktor, wenn ich mich die ersten Tage nicht so schinden muss.

Wo gibt es den Spork?

In jedem Outdoor-Laden, sogar in den blöden. Standardartikel.

Nimmst du Musik mit?

Nein, Musik werde ich keine mitnehmen. Zum einen natürlich, weil so einem MP3-Player oder so einem Handy irgendwann der Saft ausgeht und ich spätestens ab dann nur unnötigen Ballast mit mir rumschleppen würde. Zum anderen, weil es dort so viel zu hören gibt. Das Gluckern des Wassers, das Flüstern des Windes, das Kichern der Vögel und das Knistern der Wolken werden mit jedem Tag lauter und all das möchte ich auf keinen Fall verpassen.

Welchen Topf hast du denn jetzt genommen?

Ich habe mich für den Leichten entschieden, dessen Deckel mich ja ursprünglich nicht so total begeistert hat. Der Hauptgrund für meine Entscheidung ist ein psychologischer: Sollte mich mein Rucksack irgendwann mal nerven (und das wird er bestimmt tun), habe ich mir wenigstens nichts vorzuwerfen.

Was spricht gegen einen E-Book-Reader?

Momentan noch das Gewicht. In der Vergangenheit habe ich nie mehr als ein Buch gelesen, weil es so viel anderes zu tun gab: den Wolken hinterhergucken, dem Wind zuhören, Wasser holen, Rentiere zählen, im Tee rühren, die Wanderkarte studieren, das Hirn leeren – ihr versteht. Dieses eine Buch, das ich mir ausgesucht habe und das ich jetzt eisern aufspare, wiegt weniger als der Reader plus Hülle. Ich habe das aber noch nicht abschließend entschieden und für den spontanen Entschluss schon einmal den Reader aufgeladen – mit Energie und mit neuem Lesestoff. Für den Fall, dass.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

%d Bloggern gefällt das: