Vom Leben und Fliegen. Oder: Sauerstoffmangel an Board

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Als ich vor sechs Wochen im Flieger saß, um zu meinem ersten Arbeitstag im neuen Job zu fliegen, hatte ich plötzlich die ‚clevere‘ Idee, dass ich Fliegen so mag, weil es eine Miniatur-Lebensanalogie ist. Genau wie das Leben tut Fliegen manchmal furchtbar weh (sagt die Frau mit den instabilen Trommelfellen), da möchte man sich am Boden wälzen vor Schmerz – oder, wenn’s ganz schlimm kommt, einfach nur wimmernd in der Ecke sitzen. Oft ist aber alles in Ordnung, nichts tut weh und man kann die fantastische Aussicht genießen. Dann freue ich mich, dass ich mich immer wieder traue zu fliegen. Wie im richtigen Leben.

Leben ist ein Risiko und man kommt nicht immer direkt da an, wo man hin möchte. Manchmal muss man Umwege fliegen oder umsteigen. Es gibt Turbulenzen, Luftlöcher und man scheint ins Bodenlose zu fallen. Am Ende kommt man aber doch früher oder später immer ungefähr ans Ziel. Oder auch nicht, und das ist dann auch okay, weil es woanders auch schön ist. Und wenn es das letzte Ziel ist, dann hatte man hoffentlich eine gute Reise.

Genau wie Leben ist Fliegen für mich eigentlich schon Routine geworden und doch ist jeder Flug immer wieder ein kleines Abenteuer, bei dem es viel zu erleben und genießen gibt. Mal hat man nette Reisebegleiter, mal höllische, und oft die, die erst als das Eine scheinen und sich dann als das Andere entpuppen. Unterwegs geht viel zu oft etwas verloren, das manchmal auch nicht wieder auftaucht. Und man wird lernen, ohne das Verlorene zu leben. Es gibt lange Durststrecken, aber wenn man Glück hat, wird man mit einem unverhofften Snack überrascht.

Die beste Gemeinsamkeit von Fliegen und Leben ist, dass beides im Grunde wunderschön ist. Und wenn man so viel Glück hat wie ich, fliegt man in Hannover los und landet in einem neuen Leben.

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