Weihnachtsglück: Päckchen der Freude

Weihnachten im Schuhkarton Verteilreise mit Geschenke der Hoffnung

Weihnachten im Schuhkarton. Foto: David Vogt

Die Lebkuchen liegen in den Supermärkten schon längst wieder zum Konsum bereit. Ich verweigere mich dem Weihnachtskrams traditionell noch für ein paar Wochen. Trotzdem werde ich schon in den nächsten Tagen wieder die für mich wichtigsten Weihnachtspäckchen packen. Die Geschenke, von denen ich sicher weiß, dass sie den Beschenkten wirkliche Freude bringen werden – ohne dass ich diese Menschen kenne.

Ich verschicke seit vielen Jahren zu Weihnachten mit Hilfe einer Organisation Weihnachtspäckchen nach Osteuropa. Dort werden sie an Kinder verteilt, die in schwierigen Verhältnissen leben, die arm sind und sonst wahrscheinlich gar nichts zu Weihnachten geschenkt bekommen würden – oder überhaupt etwas geschenkt bekommen. Ich empfinde es als ein besonderes Geschenk, eine echte Weihnachtsfreude schenken zu dürfen.

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Weihnachtsfreuden

Nach all den Jahren bin ich inzwischen ein kleiner Profi mit einer Päckchen-Grundausstattung: drei dicke A5-Schulhefte, Stifte, Radiergummi, Anspitzer, ein kleines Kuscheltier, etwas zum Anziehen, Zahnpasta, Zahnbürste und Schokolade sind immer dabei. Damit ist das Päckchen schon mindestens dreiviertel voll. Der Rest füllt sich meistens auch ganz leicht. Dann packe ich den Karton noch ein, bevor er auf seine wichtige Reise geht. Und dann bin ich bereit für den deutschen Advent.

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Päckchen der Freude (CC-BY)

Kurz vor Heiligen Abend bekomme ich ein Foto von dem Kind, das das von mir gepackte Päckchen in den Händen hält. Einige Kinder schauen ganz ernst und feierlich. Andere lächeln breit mit blitzenden Augen in die Kamera. Mein Herz lassen diese Fotos immer überschwappen. Im vorletzen Jahr ist mir das Herz allerdings mal ein bisschen in die Hose gerutscht, als ich sah, dass ein Teenager ein Päckchen in Händen hielt, das ich in Gedanken an ein jüngeres Kind gepackt hatte. Aber er sah so stolz und vorfreudig aus, dass mir meine konsumverzerrte Sicht auf Geschenke schnell bewusst wurde. Inzwischen bin ich sicher, dass der Junge unter dem Teddy und dem Kinder-Domino auch die Bonbons, den blauen Schal und den Ball gefunden und sich bestimmt gefreut hat. Vielleicht hat er ja auch einen kleinen Bruder, für den das Domino perfekt ist?

In der christlichen Tradition schenken wir uns an Weihnachten gegenseitig etwas, weil wir die größten Geschenke – das Leben und die Liebe – bereits erhalten haben. Diese Freude wollte ich eigentlich weitergeben. Aber diese Geschenkaktion gibt mir mindestens genauso viel Weihnachtsfreude zurück. Die Weihnachtspäckchen sind ein Tropfen auf den heißen Stein, mag sein; aber dieser Tropfen schenkt in zwei Welten einen Regenbogen.

 

P.S.: Ich gebe meine „Päckchen der Freude“ an die Ora Kinderhilfe. Alternativ kann man auch mit den Geschenken der Hoffnung „Weihnachten im Schuhkarton“ verschenken. Die genauen Rahmenbedingungen, die bei den beiden Organisationen etwas unterschiedlich sind, erfahrt ihr auf den jeweiligen Internetseiten. Dort gibt es auch Listen der lokalen Sammelstellen und weitere Anregungen für den Inhalt der Kartons.

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