Verlagsgeschichte von On- und Offlinern

Bei uns im Verlag verschicken wir an unsere Autoren standardmäßig einen digitalen Fragebogen per E-Mail, um möglichst früh einen Eindruck von dem jeweiligen Projekt zu bekommen, auch wenn das Manuskript noch nicht fertig sein sollte. Außerdem bieten die Informationen darin prima Futter, um intern alle über das geplante Buch zu informieren und das Marketing schon mal vorzubereiten. Nebenbei bekomme ich auch immer schon einen ersten, recht zuverlässigen Eindruck von den Autoren selbst und ihrer Arbeitsweise.

Neulich bekam ich auch wieder einen ausgefüllten Fragebogen zurück. Per Post. Sorgfältig am Computer ausgefüllt, ausgedruckt, mit einem handschriftlichen Hinweis versehen und in einen Briefumschlag gesteckt. Da habe ich zum ersten Mal geschmunzelt; aber als Mitarbeiter eines alteingesessenen Verlags rechne ich inzwischen mit vielem.

Auf der letzten Seite des Formulars fragen wir ein paar Social Media-Kanäle ab, um die Autoren in das Online-Marketing einbinden zu können. Diese Seite war besonders aufschlussreich:

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Erstmal habe ich laut aufgelacht. Und dann war ich wieder für eine Weile geerdet. Ich bin Onliner und umgeben von vielen Onlinern, Nerds, Geeks und Technik-Freaks – oder zumindest von Leuten, denen ich inzwischen erklärt habe, was ich da so mache in diesem Internet. Es tut sehr gut, immer mal wieder vor Augen geführt zu bekommen, dass es auch noch eine Offline-Welt gibt, die wir Onliner gerne vergessen. Aber seien wir mal ehrlich: Ob man Twitter, Podcasts und Blogs kennt oder nicht und Fragebögen per E-Mail oder per Post verschickt, ist in den meisten Bereichen des täglichen Lebens total irrelevant. Und mit Sicherheit hat es keinerlei Auswirkungen auf die Qualität des Buches, das dieser Autor für uns geschrieben hat.

Disclaimer: Diese und andere Verlagsgeschichten haben sich so oder so ähnlich abgespielt, wurden vom wahren Leben inspiriert oder sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig oder volle Absicht.

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